Männerriege-Reise 2003
Prättigau

vom 11. bis 12. September 2004
Jürg Howald


Dieses Jahr besammelte man sich um 07.30 Uhr beim Denner. Total 20 Männerriegeler machten bei der diesjährigen Reise mit, welche durch Walti Rüegg organisiert wurde. Mit 2 Kleinbussen und mit dem Privatauto des Organisators konnte mit etwas Verspätung die Reise gestartet werden.

Richtung St. Gallen, auf der Autobahn, mit Kaffeehalt in Rheineck, ging’s dem ersten Ziel dieses Samstages entgegen, dem Artillerie-Fort Magletsch in der Gemeinde Wartau im Rheintal. Um 09.00 Uhr waren wir angemeldet, aber es waren noch nicht alle anwesend. Mit ca 20 Minuten Verspätung konnte dann die Besichtigung dieser Festung aus dem 2.Weltkrieg begonnen werden, welche 1939 in nur einem Jahr erbaut wurde. Hinein in den dunklen Berg, durch feuchte Stollen ansteigend ins Zentrum, wo uns durch sachkundige und engagierte Führung das Labyrinth erklärt und anschliessend gezeigt wurde. Es hat auch heute noch etwas Geheimnisvolles, so eine Festung. Seinerzeit taten 400 Mann Dienst in dieser etwas unfreundlichen Umgebung, weil etwas frisch und feucht, teilweise auch recht eng. Mit seinen verschiedenen Kanonen- und Maschinengewehrstellungen hätte das Rheintal verteidigt werden können, um einen Angriff der Deutschen Truppen zu verhindern. Nach etwas mehr als 2 Stunden waren wir wieder draussen, froh, dass wir diese Zeit nur vom Hörensagen kennen.

Und weiter ging’s, Richtung Fläsch. Weinkellerbesichtigung mit anschliessender Degustation und Mittagsverpflegung bei Winzer Adank war angesagt. Doch bevor der gute Tropfen genossen werden konnte, wurde Theorie gebüffelt. Herr Adank stellte uns seinen Betrieb vor und beim anschliessenden Fachsimpeln verschob man sich langsam in den Degustationsraum. Auf massiven Tischen war gedeckt und bald wurde der erste von 4 Weinen zur Probe ausgeschenkt. Kräftig konnte man zulangen, Bündnerfleich und Salsiz schmeckten hervorragend, der Käse passte ausgezeichnet zum Wein. Wie im Flug verging die Zeit bei angeregten Gesprächen. In vino veritas hatte auch hier Gültigkeit.

Etwas nach 14 Uhr verabschiedeten wir uns, um ans eigentliche Ziel dieses Tages, St. Antönien, zu gelangen. Doch nicht alle gingen den gleichen Weg. Der eine Bus fuhr auf Anweisung eines altgedienten Präsidenten Richtung Luzisteig. Hätte er den Kompass von Ernst am Handgelenk getragen, hätte er bemerkt, dass dies in die falsche Richtung führt und diejenigen welche bei Walti im Auto sassen, mussten miterleben, wie er an der Einfahrt zur Autobahn vorbeifuhr. Doch schlussendlich kamen alle in St. Antönien an, wo wir im Hotel Räthia Quartier bezogen.

Nach dem Zimmerbezug wurde an 2-3 Tischen gejasst was das Zeug hielt und einige gingen Trottinet fahren bis das Abendessen serviert wurde. Bei Prättigauer Knödel mit Kartoffelstock und Rüebli und einem feinen Dessert wurde der erste Teil des Abends besiegelt. Nach dem Essen bildeten sich bald Vierergruppen, um sich beim Jassen zu vergnügen. Die Einen ganz normal, 2 gegen 2, und nur an einem Tisch wurde mit neuem System, 1 gegen 3, gespielt. Noch beim Frühstück am nächsten Tag wurde leidenschaftlich über Vor- und Nachteile dieser Neuerung diskutiert. Bis weit nach Mitternacht dauerte das Spielen, bis endlich die Letzten ins Bett fanden.

Sonntag Morgen um 08.00 Uhr war Frühstück angesagt und um 08.45 Uhr fuhren wir mit unseren 2 Kleinbussen nach Partnun hinauf, ca. 1770 Meter über Meer und Ausgangspukt für unsere Wandervögel. Eine Gruppe ging mit Armin den etwas gemütlicheren Teil, die anderen gingen mit Walti los. Zuerst leicht ansteigend, dann ziemlich steil wanderten wir über eine Hochebene dem Plasseggenpass (2354 Meter) zu. Oben angelangt überschritten wir die Grenze zu Österreich und machten bei einem Zollhäuschen Rast. Dort wollten einige österreichische Bären gesichtet haben. Mit dem Feldstecher von Walti stellte sich jedoch rasch heraus, dass es nur gut genährte Murmeli waren. Bei 2 Flaschen „Don Bruno“ vom gleichnamigen Weingut mundete die Zwischenverpflegung hervorragend, und alsbald ging’s weiter Richtung Gruobenpass (2232 Meter) und Tilisunahütte (2208 Meter), unsere Mittagsrast. Dort warteten wir vergeblich auf unsere 3 Wanderer Bruno, Christian und Peter. Wie sich später herausstellte, hatten die drei auf dem Gruobenpass den linken, statt den rechten Weg genommen, obwohl ein Wegweiser vorhanden war. Nach dem „Warum“ befragt hatten alle drei gute Erklärungen bereit. Christian wollte einfach wieder auf heimatlichem Schweizerboden weiterlaufen, nachdem er eine entsprechende Grenztafel gesichtet hatte. Bruno lugte zwar schon um den Felsen, sah aber die etwas vorauslaufenden Kollegen wegen einer Senke nicht und entschied sich für links (sogenanntes Linkssyndrom). Die beste Erklärung aber hatte Peter. Dort wo der Präsident durchgehe, sei sicher der richtige Weg. Wie man sich täuschen kann....

Das Wetter meinte es gut mit uns, so dass auf der Veranda der Tilisuna-Hütte Rast gemacht werden konnte. Bei einer Suppe und dem mitgebrachten aus dem Rucksack verköstigten wir uns. Zum Weitermarsch entschloss sich eine Gruppe einen etwas weiteren Weg unter die Füsse zu nehmen. Der Rest wanderte dann weiter über das Tilisunafürggli hinab zum Partnunseeli. Unterwegs stiessen die anderen wieder zu uns und gemeinsam wurde der Rest der Wanderung gemeistert. Wohlbehalten und guter Dinge fanden alle den Weg zum Alpenrösli in Partnun. Bei einem wohlverdienten Bier oder einem Coup gab’s dann auch viel zu erzählen, und die eine oder andere Episode wurde zum Besten gegeben.

So gegen 16.00 Uhr verschob sich der ganze Trupp zu den Kleinbussen, um die Heimreise Richtung Toggenburg anzutreten. In Nesslau machten wir zum letzten Mal Halt, bevor wir um 18.40 Uhr wieder in Ettenhausen eintrafen.

Die durch Walti Rüegg gut organisierte und interessante Männerriegereise 2003 ist Geschichte. Wir freuen uns schon auf die Ausgabe 2004.