Männerriege-Reise 2002
Greyerzerland

vom 7./8. September 2002
Dölf Frei


Herbstzeit ist Wanderzeit. Getreu diesem Motto begaben sich die Männerriegler auf ihre traditionelle Turnfahrt. Gruyère und seine Umgebung waren heuer das Reiseziel.

Bei idealen äusseren Bedingungen versammelte sich die noch nicht ganz wache Reiseschar am Samstag gegen sieben Uhr auf dem Bahnhof Aadorf. Leider konnte sich der Präsident mit der Ankündigung, dass der zuletzt eingetroffene den Reisebericht schreiben müsse, nicht durchsetzen.
Mit dem Eintreffen des Regionalzuges konnte die Reise in die Westschweiz endgültig beginnen. Während Jürg, unser hervorragender Organisator und Reiseleiter im Zug noch einige Details zu den bevorstehenden 2 Tagen bekannt gab, freute sich männiglich auf den bevorstehenden Kaffee. Nun, mit dem Kaffee wurde leider nichts. Die reservierten Wagen waren zu hinterst angehängt und kein Verkäufer verirrte sich in unser Abteil. So wurde die Fahrt bis Bern mit Diskutieren, Zeitungs-Lesen oder Nachschlafen um die Ohren geschlagen. Nach Bern hatten wir mit dem Kaffee mehr Glück, aber weniger Zeit, denn in Fribourg hiess es aussteigen. Bei herrlichem Sonnenschein ging die Fahrt dann mit dem Bus bis Bulle, und von dort auf der Schiene weiter bis zum Reiseziel.
In unseren Regionen ist vor allem der Greyerzer Käse bekannt. So lag es auf der Hand, dass wir zuerst eine Schaukäserei besuchten. Ausgerüstet mit modernen Kommunikationsmitteln erfuhren wir im „Maison de Gruyère“ viel Wissenswertes über die Herstellung des aromatischen Käses.

Beim anschliessenden Spaziergang hinauf zum historischen Städtchen Gruyère flossen die ersten Schweisstropfen und im Magen meldete sich der Hunger. Die riesigen Parkplätze um das Städtchen, belegt mit Reisebussen und Privatautos machten jedem klar, dass Gruyère etwas besonderes sein musste. Und dies ist es auch.
Mittelalterliche Gebäude, aneinander gebaut als wuchtige Stadtmauer, herausgeputzt mit buntem Blumenschmuck, in der Mitte eine autofreie Strasse mit 262’500 Pflastersteinen und über den Häusern die mächtige Burg, jetzt war klar was all die Touristen anzog.

Nach dem Bezug unseres Hotels mischten auch wir uns unter die Gäste und schlenderten schon bald zu einer Mittagsverpflegung. Gestärkt begaben sich anschliessend die einen auf einen Stadtrundgang mit Burgbesichtigung und die andern vergnügten sich bei einem Jass.

Den Nachmittag rundeten wir dann wieder gemeinsam mit einer Wanderung in der Umgebung des Städtchens ab.
Das gemeinsame Nachtessen bestand der Region entsprechend natürlich aus einem sehr feinen Fondue mit entsprechender Tranksame. Der gesellige Abend fand wiederum bei Jassen oder ähnlichen Spielen seinen Abschluss. Die bevorstehende mehrstündige Wanderung am Sonntag sorgte dafür, dass kurz nach Mitternacht sämtliche Männerriegler ihr Schlafgemach aufsuchten.

Wiederum herrlicher Sonnenschein weckte unsere Reisegruppe am nächsten Morgen. Nach dem reichhaltigen Morgenessen hiess es dann Rucksack packen und Wanderschuhe schnüren. Das Reiseziel der Moléson lag immerhin 2002 m über Meer. Während die älteren Semester die alternative Bergfahrt der Besteigung per Pedes vorzogen, marschierten die Wanderfreudigen zielstrebig Richtung Bergspitze. Über saftig grüne Alpwiesen wurde nach ca. 2 Stunden die Talstation der Schwebebahn erreicht. Zeit um den Durst zu stillen und die schweissgetränkten T-Shirt auszulüften.

Obwohl der Moléson von unten nun greifbar nahe schien, lag der beschwerlichste Teil der Bergwanderung noch vor uns. Aber auch den schafften wir, und nach vier Stunden genossen alle die herrliche Rundsicht über die Berner und Walliser Alpen, den Lac de Gruyère und die umliegenden Ortschaften. Die Anstrengung hatte sich gelohnt. Nach und nach zogen dann aber Schleierwolken auf und schon bald war von dem Panorama nichts mehr zu sehen. So schwebten wir alle mit der Bahn zu Tal und genossen im unteren Teil nochmals die sommerlicher Wärme.

Per Bus ging es dann zum Ausgangsort Gruyère zurück. Ein letzter Blick hinauf zum Hausberg und schon hiess es von der herrlichen Gegend Abschied nehmen. Über Bulle, Fribourg, Bern, Zürich Winterthur erreichten wir müde und zufrieden unseren Ausgangsort Aadorf.

Eine sehr schöne und unterhaltsame Turnfahrt, die allen in guter Erinnerung bleiben wird, fand ihr Ende. Ein herzlicher Dank gebührt dem tadellosen Organisator und Reiseführer Jürg. Er scheute keine Mühe und alles klappte bis ins letzte Detail. Ich freue mich jetzt schon auf die Turnfahrt 2003.