Männerriege-Reise 2001
Emmental

vom 8. bis 9. September 2001
Hans Zbinden


Drei ungelöste Rätsel

Bedrohlich schnell bläst uns der Nordwestwind schwere Regenwolken entgegen. Gibt es Regen? Allmählich trafen alle wanderfreudigen der Männerriege ein. Es war ja schon ¼ vor 8 Uhr. Hast du den Schirm, die Regenjacke oder sonst was man so benötigt, wenn einmal keine Engel reisen, dabei?. Mit optimistischer Einstellung begann nun unsere, leider nicht all zu Grosse Wandergruppe, die Reise ins hügelige Emmental.

In Gedanken so kurz nach dem Abschied von zu Hause, oder vielleicht schon am Reiseziel zu sein, lässt man Winterthur hinter sich liegen, in der Hoffnung ein Kafi möge uns die Lebensgeister etwas aufrütteln. Die Fahrt ging weiter über die Limmatstadt, aber immer noch ohne Kafi, der Aarestadt Bern zu. Ganz benommen von der koffeinfreien Fahrt, wird das nun jeder auf seine Weise schnell nachholen.

Etwas nach 11 Uhr, aufgeweckt dank dem langersehnten Getränk, brachte uns das "rote Bähnli" über Worb dem heimeligen Zäziwil zu. Dieses wird uns Morgen bestimmt noch eine Knacknuss aufgeben. Mit etwas Hunger im Bauch, wurde nach einem kurzen Spaziergang, ein altes, heimeliges Hotel in Besitz genommen. Eine chüschtige Bernerrösti mit gewünschten Zutaten aus der Gegend lässt uns den Hunger vergessen. Unser Organisator der ganzen Reise "Urs" hat in vorsorglicher Weise, es sind ja nicht alle gleich gut zu Fuss, ein Bus organisiert.

Nach einem kurzen Kafischwatz, sölli 3½ oder sölli 1½ Std. laufen, entschieden sich die "Jüngeren", trotz schweren Regenwolken, den längeren Weg unter die noch ausgeruhten Füsse zu nehmen.

Tschüss und auf Wiedersehen im Chuderhüsli.

Was die 3½ Stunden-Wanderer auf ihrer Tour erlebt hatten, das weiss jeder selber. Wir älteren Semester, auch jüngere haben nun das Vergnügen, nach Äbersold hinauf gefahren zu werden. Ein grusig, kalter Nordwestwind pfiff uns um die Ohren, auf der schönen und einzigartigen Höhenwanderung. Den Blick auf die Alpen versperrten uns dicke Regenwolken. Ab und zu blies der Föhn etwas Licht in die schon mit etwas Schnee bedeckten Alpen. Mir schien, dass der alte Mönch seine alte Jungfrau mit einem Nebelschleier sich unseren Blicken entziehen wollte. Doch unsere Augen richteten sich einem ganz anderen Objekt zu. In Mülisleinen, mitten in der vom Nordwest stark geschüttelten Tannen und Buchen, befand sich eine nichterwartete Besenbeiz, die zufällig durch eine Frauenriege von irgendwo besucht wurde. Ein Wort da, ein Witzchen dort, so löschten auch wir den Durst. Aber erste Regentropfen ermahnten uns, den noch zirka ¾ stündigen Weg zum Chuderhüsli anzugehen. Die Entscheidung, über den Schattenweg zu unserer Unterkunft zu gehen, stellte sich als Top Entscheid heraus. Denn wir blieben alle trocken! Urs traf zur gleichen Zeit mit seinem Bus im Chuderhüsli ein. Die weiter gewanderten trafen kurze Zeit später, etwas feucht aber fröhlich, zu uns.

So waren alle wieder beisammen und konnten dem vom Wind und Regen geplagten Samstagabend, jeder auf seine weise geniessen. Urs würde uns mit dem Bus zur Gotthelfkirche fahren (ca. 5 Min.) aber etliche waren schon mit Slalom, Mix und Obenabe beschäftigt. Leider waren für diese Besichtigung nur wenige zu motivieren. Eine Hochzeitskirche von besonderem Reiz, war dieses Würzbrunnen - Kirchli. Wurde doch eben eine Hochzeit gefeiert. An noblen Carossen und wartenden Privatchauffeuren vorbei gehend, besuchten wir nun das Innere dieser Kirche. In dieser Kirche wurde damals die Hochzeit von "Ueli dem Pächter" gedreht. Still ganz still stand ich in einer Ecke und hörte s'Meieli zum Ueli sagen: " Ueli, i ha di gärn." Leider blieb einem keine Zeit zum träumen. Draussen blies der Wind und der Regen einem ins Gesicht und das feuchte Klima holt einem wieder in die Gegenwart zurück. Auch die Sonnenuhr auf der Südseite vom Kirchli konnte seine Aufgabe nicht erfüllen.

Wieder im Chuderhüsli und die Vergangenheit war vergessen. Das Nachtessen wurde um 19.00 Uhr serviert. Das Menü: Suppe, Salat, Röschti mit Geschnetzeltem und Pilzli. (Fast wie am Mittag) Dessert: Merängge. Der Dessert wurde jedoch trotz der vielen Rösti mit Genuss verschlungen. Aber bald wurden bereits Jasser gesucht. Und der Abend nahm seinen Lauf. Mit Witzen (Salon fähig oder nicht) ging der Rest des Abends zu Ende. Aber halt, es geschehen noch Rätsel in dieser Nacht vom 8 auf den 9 September 2001 im Chuderhüsli.

Das erste Rätsel:
Wie macht man aus dem alten Chuderhüsli ein Sägewerk?

Das zweite Rätsel:
Ist das Emmental ein kleines Röstital? (Der vielen Rösti wegen?)

Das dritte Rätsel:
Wie macht man aus 9 Spielkarten deren 36?


Die Überraschung
Der Wind hatte heute Nacht ganze Arbeit geleistet. Die dicken, schweren Regenwolken waren wie von Geisterhand weggeblasen und während dem Morgenessen um ca. 9 Uhr war fast das ganze Alpenpanorama zu sehen. Frisch gestärkt und voller Tatendrang "war etwa die Sonne Schuld daran?" wurden die Rucksäcke eingeladen. Urs und zwei Beifahrer werden unser allein gelassenes Gepäck ins Tal hinunter fahren.

Dem Chuderhüsli lebewohl zu sagen, fällt wegen dem sonnigen Morgen nicht allzu schwer. So marschierten wir durch den noch feuchten Wald über Stock und Stein. Pilzkunde war gefragt. Weiter gings an ausgewaschenen Gräbern, abgelegenen Höfen, mit viel Holz vor dem Haus und wütig bellenden Hunden vorbei, der kleinen Station Bohwil zu.

Urs war mit seinem Bus bereits da. Einen kurzen Moment liess er uns ausruhen bis die kurzweilige Fahrt mit dem Bus nach Mirchel fortgesetzt wurde. Aber das schmöcken bei den Hornussern wird sicher noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Beim Hornusserhaus "Reutenen" lagen auch bereits unsere Rucksäcke, die Urs dort deponiert hatte. Nun wurde geredet, fachgesimpelt und probiert. Lachen ist gesund und stärkt das Zwerchfell! Nach dem Motto, nach jedem Schlag darf gelacht werden!

Da uns auch Tranksame angeboten wurde, verging die Zeit im Nu. Nur eine Episode möchte ich noch erwähnen. Bringt es doch ein grosser, starker Mann fertig, den Hornuss zwei mal nicht zu treffen aber dafür das Träf fünfzig Meter in die Wiese hinaus zu schmettern!!!! E so öppis!" Dies gab natürlich wieder zu Lachsalven Anlass. Dafür ist er beim Vorturnen der Seniorengruppe spitze. Der Schreiber kennt das Spiel und er musste jedes Mal schmunzeln, wenn beim Bock so Capriolen gemacht wurden. Ist halt nicht so einfach, wie es aussieht. So verfliegt der Hornusserlehrgang sehr schnell.

Zwei Rössliwagen standen schon bereit zur Ausfahrt zu einem Bio-Bauernhof. Allen sagt man Du und Tschau. Die Rössli, es waren "Frieberger", mussten uns (die faule Last) bis zu Oberst ins Emmental ziehen. Aber eine herrliche Rundsicht bescherten uns die Anstrengungen der beiden Hafermotoren. Die Sicht reichte über fast das ganze Emmental bis hinunter nach Bern. Die Besichtigung des Bio-Hofes war sehr interessant. Aber ob immer alles biologisch abläuft? Das wissen die Götter!


Nach zirka einstündiger Führung durchs Bioland gings zügig dem Möschberg zu. Da das Mittagessen wegen dem Hornussen ganz vergessen ging, war ein Zvieri auf dem Möschberg herzlich Willkommen. Mit einem Glas Bio Wein aus Malans, schloss man die Besichtigung der Bio Anlagen ab. Mit Mumm gings bergab. Nach ca. 20 Min erreichten wir Grosshöchstetten. Ein wenig zu früh trafen wir ein. Die Zeit vertrieben wir uns mit ein paar Sprüchen und die Heimreise konnte pünktlich unter die Räder genommen werden. Alle Züge waren überfüllt. Im Entlastungszug war für unsere Gruppe ein Platz in der ersten Klasse bis Zürich reserviert.

Eine schöne Tumfahrt, organisiert von Urs Gisler, ging am Sonntagabend um 8 Uhr zu Ende. Alle die dabei waren sagen nochmals: "Herzlichen Dank Urs".

Die Überraschung vom Sonntag:

Das herrliche Wetter, der Plausch beim Hornussen.